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7 Römische Keller und Funde im Antikenmuseum

Lage:
St. Alban-Graben 5 und 7, Antikenmuseum und Sammlung Ludwig

Stadtplan >

Beschreibung:
Südöstlich des seit der Mitte des 1. Jh. v.Chr. befestigten Münsterhügel-Plateaus etablierte sich bereits in den letzten Jahrzehnten vor der Zeitenwende eine gallo-römische Siedlung, auch als vicus bezeichnet. Zu den Fachwerkhäusern aus Holz und Lehm mit Holzschindel-Dächern, später zum Teil auch mit gemauertem Fundamentsockel und Ziegelbedachung, gehörten auch Gruben und mit Trockenmauern ausgekleidete Keller. Die Häuser säumten die hier entlang führende Überlandstrasse.
Im unterirdischen Verbindungsgang der beiden bestehenden klassizistischen Stadtpalais, worin heute das Antikenmuseum untergebracht ist, wurden 1983/84 zwei gemauerte Kellerschächte dieser römerzeitlichen Bebauung vor Ort konserviert und in das Museumskonzept integriert. Im Zuge der vollflächigen Unterkellerung des Hofareals sind weitere wichtige Befunde, wie ein antikes Strassentrassee, Gebäudegrundrisse und Gruben dokumentiert worden.
Informationstafeln sowie eine Fundvitrine erläutern die archäologischen Befunde und Funde des vicus.

Anlass:
Der Umbau mit Einrichtung eines unterirdischen Verbindungsgangs zwischen den beiden Häusern am St. Alban-Graben für die Aufnahme der bedeutenden Sammlung Ludwig führte 1983–84 zur Aufdeckung der römerzeitlichen Siedlungsreste. Im gleichen Zug wurde ein Abschnitt mit der Rückseite der hochmittelalterlichen Stadtmauer freigelegt und sichtbar erhalten. Die ausgedehnten Grabungen 1999 ergaben weitere Befunde zur römerzeitlichen, aber auch zur frühmittelalterlichen Besiedlung.

Zugang:
Während der Öffnungszeiten des Antikenmuseums/Sammlung Ludwig: Di–So 10–17 Uhr.


Literatur:

  • Ammann Sandra
    Basel, Rittergasse 16: Ein Beitrag zur Siedlungsgeschichte im römischen vicus. Materialhefte zur Archäologie in Basel, 2002, Heft 17.
  • Helmig Guido
    Vorbericht über die Grabungen im Areal der ehemaligen Dompropstei –Antikenmuseum,
    St. Alban-Graben 57 (1983/38). Basler Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde 86, 1986, 220–231.
  • Helmig Guido
    Schaufenster zur Stadtgeschichte. Basler Stadtbuch 1988, 255–268.
  • Helmig Guido
    Viele Wege führten über Basel. Ausgrabungen im Antikenmuseum. Basler Stadtbuch 1999, 236–240.
  • Helmig Guido, Schwarz Peter-Andrew
    Römische Hauptstrasse und Fachwerkbauten im Hof des Antikenmuseums. Archäologie der Schweiz 23 Nr. 1, 2000, 28.
  • Huber Dorothee, Schmidt Margot
    Die Gebäude des Antikenmuseums. Von der Römerzeit zur Gegenwart. Basel 1990.
  • Eckhard Deschler-Erb, Andrea Hagendorn
    Auf dem Münsterhügel. Die ersten Jahrtausende. Archäologische Denkmäler in Basel 5 (Basel 2007), 32f.


Die Fassaden der beiden Berri-Häuser ruhen auf der hochmittelalterlichen Stadtmauer auf. Das während der Ausgrabung im Verbindungsgang freigelegte Teilstück wurde unverputzt belassen; es zeigt einen sorgfältigen Mauercharakter. Um in den nächsten Ausstellungsraum zu gelangen, überquert der Museumsbesucher die Ruine eines römischen Kellers über einen Metallsteg.



Im 1983/84 erstellten Verbindungsgang zwischen den beiden von Melchior Berri erbauten Häusern wurden an Ort und Stelle zwei römerzeitliche Schächte konserviert und in das Museumskonzept integriert. In einer Vitrine sind repräsentative Funde aus der Verfüllung der Schächte ausgestellt. Auf den beigestellten Tafeln finden sich knappe Texte zur Entwicklung des römerzeitlichen vicus im Vorgelände des Münsterhügels.


Im zweiten – trocken, d.h. ohne Verwendung von Mörtel gemauerten – Schacht sind zwei Amphoren deponiert. Sie sind in den 20er Jahren aus Gruben an der Bäumleingasse geborgen worden.